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Mobile Anwendungen: Apps oder webbasierend?
Geschrieben am 27. Juni 2011 von Franz Fuchs
Über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von nativen Smartphone-Anwendungen und webbasierenden Apps

Mehr Apps, weniger Web
Die Zeichen und Zahlen sind eindeutig: Anwendungen für Smartphones („Apps“) explodieren geradezu. Vorgemacht hat es Apple mit seinem App-Store, Android hat mittlerweile überholt und auch Microsoft versucht mit Windows Phone 7 einen Fuß in die Tür zu bekommen. Dabei steht die nächste Entwicklungsstufe erst bevor: Zahlreiche Tablets – und ihre Apps – werden zukünftig um die Gunst der Konsumenten buhlen.
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass die Verbreitung von Smartphones und ihren Apps zulasten des „klassischen“ Internetkonsums geht wie der Apps-Dienstleister Flurry.com ermittelte. Wirft man jedoch einen genaueren Blick auf die Zahlen, stellt man fest, dass Apps-User vor allem an zwei Dingen interessiert sind: Spiele und soziale Netzwerke. Abgeschlagen dahinter folgt das Informationsbedürfnis über Nachrichten und Unterhaltung.
Wo Apps Sinn ergeben – und wo mobile Webanwendungen Vorteile bringen
Ist die zukünftige Idee nicht im großen Korb von Spielen oder Social-Networks zu finden, welche Sinn könnte es ergeben diese als native Smartphone/Tablet-App umzusetzen? Oder erschließt man mit einer webbasierenden – und plattformunabhängigen – Anwendung nicht einen größeren Benutzerkreis?
Auf praegnaz.de wurden die wichtigsten Vor- und Nachteile zusammengefasst: Native Apps bieten zweifellos einen Geschwindigkeitsvorteil – können sie doch direkt auf die Betriebssystemressourcen zugreifen und folgen (meistens) den vorgegebenen Designrichtlinien des Systems. Damit einher geht ein weiterer Pluspunkt: Ist der Zugriff auf Hardwarefunktionen wie Kameras oder auf Ressourcen wie Adressbücher gefragt, scheiden Web-Apps prinzipbedingt aus. Der Vertriebskanal „App-Store“ bleibt ihnen ebenso verwehrt. Dafür können webbasierende Apps in puncto Entwicklungsaufwand und – als großes Plus – mit ihrer Plattformunabhängigkeit punkten. Zahlreiche Frameworks (bspw. jQueryMobile) bieten dabei die Möglichkeit trotzdem ein „App-Feeling“ im Web nachzuahmen.
Das Technikmagazin t3n.de ließ sich zur Aussage „Web-Apps: 4 Gründe, warum ihnen die Zukunft gehört“ hinreißen, nicht ohne aber auch auf mögliche Einschränkungen hinzuweisen. Dass Apple im kommenden iOS 5 die Javascript-Leistung für Webapps deutlich steigern will, darf man als Zugeständnis der wachsenden Bedeutung von webbasierenden Applikationen sehen.
Foto: Wild Guru Larry/Flickr.com/Creative-Commons BY 2.0



Eine Entweder/Oder Frage ist das für mich ohnehin nicht. Das Ziel das mit der App (nativ oder Web) erreicht werden soll, bestimmt zum Teil auch die Art wie es umzusetzen ist. Wenn das Ziel mit einer webbasierten Lösung erreichbar ist spricht nichts dagegen. Vor allem die angesprochene Portabilität zwischen den Systemen spricht dafür. Aber – die beste Webapplikation hilft wenig, wenn man in einer Region ist, die eine schlechte oder gar keine Datenverbindung bietet.
Man findet, je nach Betrachtungsweise, und je nach Anwendungsfall unterschiedlichste Vor- und Nachteile.
Darum sollte, aus meiner Sicht, am Ende immer ein für den Endbenutzer optimales Produkt herauskommen. Das ist aber ohnehin eine Selbstverständlichkeit, nicht?
Der Beitrag war auch gedacht, die unterschiedlichen Vor- und Nachteile beider Plattformen darzulegen – für welche Anwendungsfälle was geeignet ist. Interessant wird sicher die weitere Entwicklung – mit HTML5 tut sich da viel. Wenn über Webschnittstellen erst mal Zugriff auf Kamera & Co vom Smartphone möglich ist, haben Webapps mehr Potential. Momentan ist dies aber noch Zukunftsmusik, “API-nahe” Programmierung ist derzeit ein alleiniges Feld von nativen Apps.