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Tablets: Eine Gerätekategorie erobert im Eilzug die User
Geschrieben am 2. Dezember 2011 von Franz Fuchs
Mit dem iPad in die Post-PC-Ära

Die Weihnachtsverkäufe sind angelaufen und unter einigen Christbäumen werden sich heuer Tablets von Apple oder anderen Hersteller finden. Neben Smartphones stellen Tablet-Computer die beliebtesten Geschenke zu Weihnachten 2011 dar: 13% aller Deutschen wollen ein solches Gerät ver- oder sich selbst schenken. Dass ein Tablet ein unpassendes Geschenk ist, dürfte nicht zu erwarten sein: Vor allem bei Kids steht ein iPad hoch im Kurs.
Interessant an den Zahlen ist die gewaltige Marktdominanz von Apple. Wiewohl schon einige Tablets mit Android-Betriebssystem am Markt sind, beansprucht das iPad knapp 70% des Marktes für sich alleine. Für Apple lohnt sich die Investition: Rechnet das iPad als Computer in die Statistik ein, so steht der Konzern aus Cupertino weltweit auf Platz zwei im weltweiten Computer-Geschäft – ohne Tablets käme er nicht mal unter die Top 5. Wachstumsraten von über 300% im Tablet-Markt tragen dazu bei.
Die Konkurrenz schläft allerdings nicht. Neben erfolgsversprechenden Modellen von Samsung, die aufgrund eines Rechtstreits mit Apple allerdings nicht verkauft werden dürfen, stelle auch Amazon pünktlich zur beginnenden Shopping-Saison ihre Version eines Tablets vor: das Kindle Fire schlägt dabei eine andere Richtung ein als die Mitbewerber. Im Vordergrund stehen keine Leistungsdaten, sondern der Konsum von Medieninhalten. Das Kindle Fire ist eng verzahnt mit dem Online-Anbieter und wird zum Kampfpreis angeboten – Experten sprechen davon, dass Amazon bei jedem Kindle Fire zwei Dollar Verlust einfährt. Gewinn will Amazon mit dem Verkauf von digitalen Medien machen – das Kindle Fire ist eng verzahnt mit dem Inhaltsangebot des Internet-Händlers, der mit dem eBook-Reader Kindle schon viele Erfahrungen und Erfolge in der Distribution digitaler Inhalte sammeln konnte.
Zugute kommt dieser Strategie, dass Tablet-Benutzer intensive Medienkonsumenten sind: 77% nutzen ihr Tablet täglich und das für durchschnittlich 90 Minuten. Im Vordergrund steht der Konsum von Nachrichten, vorzugsweise im Browser. Der von Verlagen erhoffte Konsum von (Bezahl-)Nachrichten via App nützt nur ein kleinerer Teil.
Welchen Durchbruch innerhalb von kürzester Zeit Tablets feiern konnten, sieht man aus vergangenen Zahlen. Tablet-PCs mit Windows gibt es schon seit ungefähr 10 Jahren – allerdings konnten diese gerade mal 1% des Notebook-Marktanteils für sich gewinnen. Zu unhandlich und zu unpraktisch waren diese Geräte zu bedienen. Alle Hoffnungen der PC-Hersteller ruhen nun auf Windows 8, das mit einer Tablet-optimierten Oberfläche 2012 debütieren soll. Gerüchten zufolge soll auch Nokia ein Tablet mit Windows 8 auf den Markt bringen. Das Nokia der eigentliche – erfolglose – Erfinder von Internet-Tablets war, ist im iPad-Hype gerne vergessen.
Foto: Chirantan Patnaik/Flickr.com/Creative-Commons BY-SA 2.0


